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01Prolog: Wenn Preistafeln für Mitgliedschaften Immobilienpreistafeln ähneln
Seit einigen Jahren kursieren in der Branche immer wieder Gerüchte, dass die Preise für Mitgliedschaften in einigen renommierten privaten Golfclubs ungewöhnlich stark schwanken. Es heißt, die wiederholten, drastischen Preisanstiege und -rückgänge ließen sich nicht allein durch die tatsächliche Nachfrage – also die Nachfrage von Personen, die den Golfplatz regelmäßig nutzen – erklären. Manche weisen darauf hin, dass dies der Art und Weise ähnelt, wie die Wohnungspreise in bestimmten Regionen unabhängig von der tatsächlichen Nachfrage der Bewohner stark schwanken.
In der Branche kursiert derzeit eine vorsichtige Bemerkung: „In letzter Zeit suchen immer mehr Kunden, die Mitgliedschaftsbörsen besuchen, aus anderen Gründen als ihren Golffähigkeiten oder ihrem Hobby nach einer Mitgliedschaft.“ Selbstverständlich handelt es sich hierbei lediglich um eine brancheninterne Beobachtung und Besorgnis, die keinesfalls eine Aussage ist, die eine bestimmte Gruppe oder einen bestimmten Golfplatz hervorhebt.
Dennoch ist es ein gesellschaftliches Phänomen, das es wert ist, untersucht zu werden, warum solche Bedenken besonders häufig im Zusammenhang mit Golfclub-Mitgliedschaften und der Glücksspielwelt auftreten. Wir beleuchten die Hintergründe, wie Produkte, die ursprünglich für ein Hobby gedacht waren, zu Vermögenswerten geworden sind, die mit solchem Misstrauen betrachtet werden.
Dieser Artikel brandmarkt keine bestimmten Personen oder Organisationen als Kriminelle. Vielmehr untersucht er aus sozialkritischer Perspektive die strukturellen Hintergründe, warum immer wieder Bedenken hinsichtlich des Zustroms bestimmter Gruppen auf diesen Markt geäußert werden. Club14 thematisiert direkt die unbequemen Geschichten, die von großen Konzernen finanzierte Medien bewusst meiden.
02Ein Tisch, an dem Geld unkompliziert den Besitzer wechselt, und ein Tisch, der keine Spuren hinterlässt.
Ein Verantwortlicher, der seit langem eine börsenbasierte Handelsplattform betreibt, erklärt die Besonderheiten dieses Marktes wie folgt: Im Gegensatz zu Immobilien oder Aktien weist der Handel mit Mitgliedschaften eine relativ einfache Transaktionsstruktur auf und ist ein geschlossener Markt, auf dem die Identität von Käufern und Verkäufern nicht öffentlich bekannt gegeben wird.
Die Mitgliedschaftsrechte sind nicht öffentlich zugänglich wie beispielsweise ein Grundbuch. Außenstehende können praktisch nicht nachvollziehen, wer die Immobilie zu welchem Preis erworben hat oder auf wessen Namen sie eingetragen ist. Daher besuchen häufig Kunden diesen Markt, die dringend größere Geldbeträge, oft in bar, transferieren müssen.Anonymer Mitgliedschaftstauschmanager
Auch Golfwetten werden in einem ähnlichen Zusammenhang diskutiert. Wetten auf dem Golfplatz werden nur von wenigen Personen bezeugt, und die Abrechnung von Gewinnen und Verlusten erfolgt oft diskret per Bargeld oder Banküberweisung. Grund zur Besorgnis ist, dass diese Struktur, die es ermöglicht, große Geldsummen ohne besondere Formalitäten oder Verfahren zwischen Personen zu transferieren, als attraktiver Kanal für Personen wahrgenommen werden könnte, deren Bargeld schwer als legitimes Geschäftseinkommen zu deklarieren ist.
Für die meisten Golfspieler sind Wetten natürlich nur ein kleiner Zeitvertreib, der die Runde spannender macht. Problematisch wird es, wenn aus dem Spiel kleine Einsätze werden und es um hohe Geldsummen geht. Verschärft wird diese Problematik dadurch, dass nur die Beteiligten wissen, wo die Grenze überschritten wird, und dies selten nach außen dringt.
03Warum ausgerechnet ein Golfplatz? : Der Reiz eines legitimen Erscheinungsbildes
Ein weiterer Grund für die Besorgnis um den Markt für Golfclubmitgliedschaften ist, dass er oberflächlich betrachtet als völlig legales und normales Hobby und Vermögensanlage erscheint. Ähnlich wie die Herkunft der Gelder beim Handel mit Luxusuhren oder Kunstwerken oft hinterfragt wird, werden Mitgliedschaften weniger verdächtigt, da sich bereits ein gesellschaftlicher Konsens etabliert hat, dass sie einen „normalen Konsum für ein Hobby“ darstellen.
Da Mitgliedschaften Vermögenswerte darstellen, die Marktschwankungen unterliegen, bieten sie die plausible Begründung, beim Verkauf Kapitalgewinne zu erzielen. Erzählungen über „Gewinne aus Investitionen in Golfclub-Mitgliedschaften“ werden deutlich selbstverständlicher akzeptiert als Fragen nach der Herkunft von Geschäftseinkünften. Genau diese Selbstverständlichkeit gilt als Hauptgrund dafür, dass bestimmte Gruppen diesen Markt bevorzugen.
In der Branche hört man häufig, dass diejenigen, die in den letzten Jahren innerhalb kurzer Zeit mit virtuellen Vermögenswerten ein Vermögen gemacht haben – sogenannte „Coin-Millionäre“ –, sich zu wichtigen Akteuren im Mitgliedschaftsmarkt entwickelt haben. Zwar ist der Wunsch, Gelder aus hochvolatilen Anlagen schnell zu liquidieren und in sichere, realitätsnähere Anlagen umzuschichten, ein natürlicher Anlagetrend, doch leider kursieren dabei stets Gerüchte über die Herkunft und den Ursprung dieser Gelder.
Noch vor wenigen Jahren war die Altersspanne der Mitgliederkäufer deutlich höher, doch in letzter Zeit hat die Zahl der Kunden in ihren Dreißigern, die mit dicken Geldbündeln ankommen, merklich zugenommen. Woher dieses Geld stammt, können wir leider auch nicht genau sagen.Ein anonymer Mitarbeiter des Mitgliederaustauschs
04Dem Stadion wird zu Unrecht die Schuld gegeben: Warum der Schatten des Marktes nicht dem Stadion angelastet werden kann.
Eines muss hier klargestellt werden: Die Tatsache, dass solche Bedenken geäußert werden, bedeutet in keiner Weise, dass renommierte inländische Golfplätze solche Gelder absichtlich anziehen oder dulden. Solange Mitgliedschaften legal und nach üblichen Verfahren gehandelt werden, besteht für die Golfplätze weder eine rechtliche Verpflichtung noch die Möglichkeit, die Herkunft der Gelder des Käufers in jedem Einzelfall zu überprüfen.
Gegenstand dieser Bedenken ist vielmehr nicht der Golfplatz selbst, sondern der Vertriebsmarkt für den Kauf und Verkauf von Mitgliedschaften sowie dessen Anonymität und Abgeschlossenheit. Daher wird argumentiert, dass institutionelle Mechanismen zur Erhöhung der Transparenz auf dem Mitgliedschaftsmarkt erforderlich sind, analog zu den Systemen des Immobilienmarktes für Grundbuchauszüge und die Offenlegung tatsächlicher Transaktionspreise.
Letztlich liegt die Lösung dieses Problems nicht in der Stigmatisierung bestimmter Orte oder der Identifizierung bestimmter Gruppen. Sobald institutionelle Schutzmaßnahmen zur Verbesserung der Transparenz der Transaktionsstruktur selbst eingeführt werden, werden solche besorgten Gerüchte von selbst nachlassen. Bis dahin werden die bitteren Gerüchte um diesen Markt höchstwahrscheinlich vorerst weiter kursieren.
05Anmerkung der Redaktion
Für die große Mehrheit der Golfer, die den Sport als Hobby betreiben, ist eine Mitgliedschaft lediglich ein Mittel, um ihrem Lieblingssport unbeschwert nachgehen zu können. Es besteht kein Grund, den gesamten Mitgliedschaftsmarkt oder alle daran teilnehmenden Personen aufgrund der in diesem Artikel angesprochenen besorgniserregenden Aspekte mit Misstrauen zu betrachten.
Die Tatsache, dass sich der Bereich des Hobbys zunehmend mit den Schattenseiten der Geldwäsche überschneidet, ist eine Realität, der sich Golfliebhaber zumindest einmal unangenehm stellen müssen. Damit Golf ein Sport bleibt, der rein der Freude dient, ist auch ein wachsames Auge auf diejenigen erforderlich, die ihn für andere Zwecke missbrauchen wollen.
Damit endet die Geschichte dieser Ausgabe von [OFF THE FIELD]. In der nächsten Ausgabe widmet sich Club14 einer weiteren Facette der Konsumkultur auf dem Golfplatz: der faszinierenden Psychologie von Golfern, die für ein einzelnes Logo tief in die Tasche greifen.

